Adblocker – Fluch oder Segen?

Ein Popup erscheint auf dem Bildschirm und verwehrt dir den Blick auf den eigentlichen Inhalt. Auch ist nicht immer ersichtlich, wo man den lästigen Banner schließen kann und der falsche Klick schickt dich sofort auf die Webseite des Werbenden. Bei solch penetranter Werbung kann man dem User nicht einmal verübeln, dass dieser sich für einen Adblocker entschieden hat.

Aber in Zeiten von Musik Streaming und kostenfreien Apps bleibt den Betreibern oft nichts übrig, als mit Werbung Geld zu verdienen. Vor nicht allzu langer Zeit haben Programme, Spiele und Musik CDs noch Geld gekostet und eingebracht. Doch wohin führt diese Reise? Wenn immer mehr User Adblocker benutzen bleiben auch die wichtigen Einnahmen der App-Entwickler aus. Es könnte neue Werbeformen geben oder die Kosten für Musik und Spiele werden wieder steigen. Auch in aller Munde ist die Idee einiger Werbetreibenden, sich auf eine White List beim Adblocker zu setzten, um so trotzdem ausgeliefert zu werden. Ob sich dann die kosten für Adblocker und Werbung für die Webetreibenden noch lohnen sei dahin gestellt.

Wenn wir uns bewusst machen, was uns alles dank der Werbung zur Verfügung steht werden viele plötzlich ganz ruhig: Videos auf YouTube, Informationen im Internet für die Klassenarbeit, Wochenblättchen mit lokalen Neuigkeiten, Fernsehprogramme, Apps und vieles mehr. Aber muss Werbung denn immer nerven? Mit heutigen Programmen ist es möglich so Werbung zu schalten, das auch genau die Zielgruppe erreicht wird, die sich auch für die Inhalte der Werbung interessieren. Wieso sollte also die Finanz-Werbung der Modebewussten Schülerin gezeigt werden? Oder ich werde seit Tagen von Schuhen verfolgt, welche ich schon längst gekauft habe, obwohl ich gerade nach einem Rezept für das Abendesse suche. Die Werbetreibenden sollten Ihre Werbung zur richtigen Zeit auf den richtigen Kanälen zeigen und die Beschwerden über nervige Internetwerbung würde zurückgehen.

Doch der Adblocker schont die Nerven mancher User und so wird er auch in Zukunft ein ständiger Begleiter sein. Also Segen oder Fluch? Kein eindeutigen „ja“ oder „nein“ kann hier vergeben werden. Wir bleiben am Ball!

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